Künstliche Intelligenz erstellt Content

Andreas Guenter
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Andreas Günter ist seit fast 20 Jahren Technischer Redakteur und interessiert sich besonders für die wissenschaftlichen Grundlagen der Technischen Kommunikation und für Managementthemen. Er ist in der tekom-Arbeitsgruppe Information 4.0 und arbeitet bei der Trumpf GmbH + Co. KG in Ditzingen.
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Info: Künstliche Intelligenz
Künstliche Intelligenz (KI) beschäftigt sich mit Methoden, die es einem Computer ermöglichen, die Aufgaben zu lösen, für dessen Lösung menschliche Intelligenz erforderlich wäre.

Wenn wir mal einen Augenblick nicht die hippen englischen Begriffe verwenden, sondern von Komponenten-Inhaltsverwaltungssystemen (CCMS) und Inhaltslieferungstoren (CDP) sprechen, dann merken wir, wie staubig diese Angelegenheit eigentlich ist und wie inhaltslos der Begriff Inhalt ist, wenn er nicht mit Leben gefüllt wird. Das Drumherum klingt schon sehr nach Automatisierung. Was aber, wenn nun auch noch die Inhalte von Maschinen erstellt werden, wenn künstliche Intelligenz (KI) den Content schreibt? Die Einschätzung reicht von Untergang des Abendlands bis schöne neue Welt, die meisten Menschen und Technischen Redakteure sind aber bis jetzt noch indifferent. Man kann sich nicht vorstellen, wie ausgerechnet die eigene, hochqualifizierte Arbeit von einem Computer gemacht werden könnte.

Das ist allerdings ein Trugschluss.
Es gibt heute schon zahlreiche Anwendungen, bei denen KI Texte erstellt werden. So lässt eine der größten Agenturen, Associated Press, Börsenberichte automatisch schreiben. Der Software genügt der Quartalsbericht einer Firma, um daraus einen Artikel zu schreiben, der nicht (oder nur schwer) von einem menschlichen Artikel zu unterschieden ist. Außerdem erstellt sie Sportberichte, ohne dass sich ein Leser darüber beschweren würde. Und Kanzleien lassen juristische Schriftsätze und Verträge von KI prüfen.

KI-erstellt-content buch digitalWir haben so an der Standardisierung unserer Texte gearbeitet und tun es durch Autorenhilfen und einfache Sprache noch weiter, dass es nur ein kleiner Schritt ist, dies gleich ganz von KI übernehmen zu lassen. Überlegen Sie: Wenn Sie ein neues Gerät, einen neue Maschine oder eine neue Funktion beschreiben, wie gehen Sie vor? Sie bauen auf etwas Bestehendem auf und passen es an das Neue an. Wie viel Ihrer Arbeit ist Routine, wie viel ein echter kreativer Prozess? Wie viel Ihrer Zeit beschäftigen Sie sich mit Korrekturen, kleinen Anpassungen, Ändern von Werten? Es ist aber nicht nur das eigentliche Schreiben, dass durch KI rationalisiert werden könnte, sondern die gesamten dazugehörigen Prozesse. Der Einsatz von KI ist eigentlich eine weitere Stufe von Prozessoptimierung. Alles, was automatisch erledigt werden könnte, wird automatisch erledigt. Dazu gehört auch das Kopieren von Textbausteinen (Re-Use!) und Anpassen von Technischen Daten. Entwickler und Ingenieure sind schon jetzt so viel mit interner Dokumentation und dem Erstellen von Requirements beschäftigt, dass es für eine KI nicht schwer sein sollte, aus diesen Daten Kundendokumentation zu erstellen.

Kommt das, oder kommt es nicht?
Das kann man noch nicht sagen, denn der Initialaufwand für solche Prozessoptimierungen in einer Firma ist ziemlich groß. Andererseits verbreiten sich Lösungen mit KI immer mehr und werden so immer anpassbarer und günstiger. Beispielsweise bietet Google schon die Programmbibliothek Tensor Flow mit integrierter KI an. Was also, wenn man eines Tages ein Paket KI kaufen könnte, dem man beibringen kann, Technische Doku zu erstellen? Technisch wird es schon bald möglich sein; fragen Sie sich selbst, ob es dann auch gemacht würde.


P.S.: Dieser Text wurde von einem Menschen geschrieben.

 

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