How to Create and Deliver Intelligent Information

So gestaltet man auffindbare Features

Auffindbarkeit (Findability) ist zentral für Nutzerfreundlichkeit (Usability)

Wenn man etwas nicht findet, kann man es nicht benutzen. Das gilt für Funktionen in Apps, für Links auf Webseiten und für alles andere. Wie gestaltet man Features so, dass sie vom Anwender gefunden werden? Das kommt ganz darauf an.

Vor dem Finden kommt die Suche. Ob du etwas finden kannst, hängt davon ab, was du suchst. Das liegt daran, dass unsere Gehirne auf der Suche nach Informationen verschiedene Prozesse nutzen. Um jemandem beim leichten Finden und Verwenden helfen zu können, ist es also essenziell, zu verstehen, wie menschliche Suchprozesse funktionieren.

Das ungeleitete Suchen

Wenn wir keine Vorstellung haben, wonach wir suchen, ist Kontrast der entscheidende Faktor, um Dinge zu finden.

Stell dir vor, du fährst durch ein Gebiet, in dem du noch nie zuvor gewesen bist. Du suchst nach etwas, das dir signalisiert, wo du dich befindest. Plötzlich bemerkst du etwas Rotes, und deine Aufmerksamkeit richtet sich darauf. Du hast ein Stoppschild gefunden und konzentrierst dich auf dieses Objekt.

Warum ist dir das Stoppschild aufgefallen? Manche argumentieren, es läge daran, dass die Farbe Rot unsere Aufmerksamkeit auf sich zieht, wenn wir nach etwas suchen. In Wahrheit ist es der Kontrast, der durch die rote Farbe vor dem sonst eher tristen Hintergrund entsteht, der das Auffinden von roten Dingen generell erleichtert.

Wenn jedoch die gesamte Umgebung rot wäre, hätten wir es schwer, Stoppschilder zu sehen, weil sie ihrer Umgebung visuell stark ähneln. In solchen Fällen würde eine dunklere Farbe einen stärkeren Kontrast erzeugen und unsere Aufmerksamkeit bei einer Suche verstärkt auf sich ziehen.

Wenn wir nicht wissen, was wir suchen, ist es oft der Kontrast, der unsere Aufmerksamkeit erregt und unser Such- und Findeverhalten lenkt. Je stärker sich etwas von seiner Umgebung unterscheidet, desto wahrscheinlicher ist es, dass wir es vor diesem Hintergrund finden.

Wenn wir also auf neue Gegenstände stoßen oder uns durch neue Designs bewegen, wird der Kontrast für das Finden bestimmter Dinge unerlässlich. Doch Kontrast funktioniert nur in bestimmten Situationen.

Das gezielte Suchen

Stell dir vor, du verabredest dich mit einem Freund im Starbuck’s Coffee Shop in einer Gegend, in der du noch nie zuvor warst. Wenn du vor Ort bist, suchst du natürlich nach etwas ganz Bestimmtem: einem Starbuck’s-Schild! Du scannst deine Umgebung nach etwas, das dem Design eines solchen Schildes entspricht. Da kann es leicht passieren, dass du so darauf konzentriert bist, ein Starbuck’s-Schild zu finden, dass du ein rotes Stoppschild nicht bemerkst und fast einen Unfall baust. Schließlich siehst du das, was du als Starbuck’s-Zeichen erkennst und bewegst dich dorthin.

Warum war dieses Suchverhalten anders? Wenn wir eine vorgefasste Vorstellung davon haben, was wir suchen, startet das Gehirn einen anderen Suchprozess. Es erstellt ein mentales Bild von dem, was wir finden möchten, und konzentriert sich darauf. Diese gezielte Suche kann dazu führen, dass wir Gegenstände mit hohem Kontrast nicht „sehen“ oder „finden“, die wir normalerweise bemerken würden.

Dieser Prozess ist auch der Grund, warum bestimmte Designs schwierig zu benutzen sind. Wenn wir etwa eine Software schon einmal verwendet haben, erwarten wir, dass das Design der Benutzeroberfläche und der Funktionen in einer bestimmten Weise aussieht. Das hilft uns, bestimmte Funktionen zu finden, wenn wir die Technologie verwenden. Wenn ein Unternehmen jedoch das Design ändert, haben wir Schwierigkeiten, das Gewünschte zu finden. Das liegt daran, dass wir nach einer bestimmten Sache suchen und wir das neu gestaltete Element aufgrund der geführten Suche nicht sehen können.

Aspekte des Designs

Was bedeuten diese Faktoren für Usability und Design?

Wenn du ein Produkt aktualisierst oder ein neues Produkt erstellst, um mit existierenden Mitbewerbern zu konkurrieren, beinhaltet Usability paralleles Design, d.h. ein wiedererkennbares Aussehen. Die Funktionen dieses Updates oder Produkts müssen wie frühere Versionen oder bestehende Designs der Wettbewerber aussehen. Ein solches paralleles Design beinhaltet die Spiegelung der Designfunktionen, die die Benutzer erwarten, wenn sie etwas verwenden.

Bei der Erstellung von neuen Produkten ohne vorherige oder bestehende Versionen ist ein anderer Designprozess erforderlich. Hier wird der Kontrast wesentlich, um dem Benutzer das Auffinden von Funktionen zu erleichtern. Das bedeutet sicherzustellen, dass sich wichtige Funktionen vom Hintergrund abheben. Außerdem empfiehlt es sich, Features nicht zu gedrängt zu platzieren, um die Aufmerksamkeit des Nutzers zu behalten. Zu viele Features an einer Stelle lenken ab. Zusätzlich sollten diese Designs Text oder einen anderen Aspekt enthalten, der die Funktion des Elements erklärt.

Aus diesem Grund enthalten rotleuchtende Stoppschilder die buchstäbliche Handlungsanweisung „STOP“ – denn Kontrast allein vermittelt keine Bedeutung.

Manchmal gilt es, einem bestehenden Produkt ein neues Feature hinzuzufügen. Dieses sollte auf keinen Fall vom Nutzer vertrauten Layout abweichen und dadurch ihr Such- und Findeverhalten negativ beeinflussen. Hier kann mit Hilfe des Kontrasts die Aufmerksamkeit des Benutzers auf das neue Feature gelenkt werden, während das Design zeigen muss, was das Feature bewirkt.

Dazu kann es notwendig sein, beschreibenden Text in das Design zu integrieren (z.B. das Wort „Fußnote“ in ein neues rotes Symbol für das Feature „Fußnote einfügen“). Dieser Ansatz hilft, die Auffindbarkeit neuer Merkmale in bekannten Designs zu berücksichtigen.

Finale Gedanken

Der menschliche Geist ist eine erstaunliche Sache. Je besser wir verstehen, wie er funktioniert, desto besser können wir Elemente entwerfen, die diese Prozesse ansprechen. Im Hinblick auf die Benutzerfreundlichkeit hilft uns das Wissen, wie der Verstand nach Dingen sucht und sie findet, dabei Designs zu erstellen, die benutzbar sind, weil sie auffindbar sind. Dieses Wissen kann der Schlüssel zur Schaffung neuer Produkte oder zur Entwicklung von Produktaktualisierungen sein, die auf dem heutigen Markt erfolgreich sind.

Treffen wir uns in China?

Am 21. Mai halte ich einen Impulsvortrag auf der tcworld China 2020 in Shanghai mit dem spannenden Thema „Kognition, Design und Technische Kommunikation: Verständnis der psychologischen Faktoren, die Usability beeinflussen“. Dieser Vortrag führt die Teilnehmer in grundlegende kognitive Praktiken ein, die sich darauf auswirken, wie Menschen verschiedene Materialien der Technischen Kommunikation erkennen, verstehen und zur Erreichung von Zielen nutzen.

Wie sieht es aus? Sehen wir uns in Shanghai?


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