How to Create and Deliver Intelligent Information

iiRDS-Konsortium – Interviewserie: „Fünf Fragen an…“ – Joe Pairman

Und wieder ein neues Set „Fünf Fragen an…“, weil wir von iiRDS einfach nicht genug bekommen können!

Woher kommt die Motivation unserer iiRDS-Konsortiumsmitglieder, sich für den neuen Standard einzusetzen? Was wollen sie erreichen? Was erhoffen sie sich? In unserer Interviewserie lernst du ihre Visionen bezüglich des Standards für intelligente Bereitstellung von Nutzerinformationen kennen. Außerdem sprechen unsere Interviewpartner darüber, wie sich Unternehmen auf den bevorstehenden Umbruch durch Industrie 4.0 vorbereiten. Hier kommen fünf Fragen für Joe Pairman.

Joe Pairman
Tridion Docs Product Manager bei SDL 

Joe Pairman unterstützt Unternehmen seit über einem Jahrzehnt bei der Lösung komplexer Herausforderungen im Bereich Content Management. Er leitete das Team von HTC, das SDL Tridion Docs (damals Trisoft) implementierte und erweiterte. Als Berater brachte er die Vorteile von strukturierten Inhalten und Taxonomie in Unternehmen aus den unterschiedlichsten Branchen ein. Als Senior Product Manager von SDL Tridion Docs setzt er nun seine Erfahrung ein, um die Grenzen des SDL-Produkts zu erweitern und die nächste Generation des intelligenten Content Managements zu definieren.

1. Das iiRDS-Konsortium wurde zur Weiterentwicklung des Standards gegründet. Was war die Motivation für Sie und Ihr Unternehmen, Mitglied zu werden?

Einer der Gründe ist unser Engagement für den deutschen Markt und insbesondere für die Fertigungsindustrie, da sich daraus oft ein Standard entwickelt. Aber damit nicht genug: dieser Standard soll dann global angewendet werden und über die Fertigungsindustrie hinausgehen. Kunden haben unser Produkt schon immer auf innovative Weise genutzt – schlichtweg, indem sie clevere Dinge mit kleinsten Inhalten angestellt haben, um einen Mehrwert für ihr Unternehmen zu schaffen. Und Inhalte werden erst dann „clever“ oder „intelligent“, wenn sie mit Metadaten versehen sind, welche anderen Systemen vermitteln, was sie bedeuten. iiRDS und die anderen Standards, auf denen iiRDS aufsetzt, bieten Unternehmen die Möglichkeit, dies interoperabel zu tun, so dass Inhalte nicht nur auf eine Content Delivery Plattform oder ein Szenario anwendbar sind, sondern für den Einsatz in vielfältigen Szenarien geeignet sind. Die Bedeutung des Inhalts ist nicht mehr in Silos eingeschlossen, sondern maschinenlesbar und für jeden zugänglich.

2. Die Roadmap beinhaltet vielerlei Pläne und Ideen: Was erhoffen Sie sich am meisten von dem Konsortium?

Da SDL führend im Bereich DITA Component Content Management ist, wissen wir, wie wichtig die Einhaltung von Standards ist. Was wir uns am meisten wünschen, ist, dass wir gut zusammenarbeiten und uns auf gemeinsame Methoden zum Umgang mit Inhalten einigen, damit wir gemeinsam das Feld verbessern können. Der Aufbau eines stabilen Rahmens im Konsortium ist unerlässlich.

Auch die Anerkennung potenzieller komplementärer Standards kann von großem Wert sein. Das allgemeine Bewusstsein für eine gute Zusammenarbeit gilt nicht nur innerhalb des Konsortiums, sondern auch in dem Sinne, dass es andere Standards gibt, die wir berücksichtigen können, um uns zu verbessern. So kann beispielsweise das Simple Knowledge Organization System des W3C, ein führender Standard für Taxonomie, ein Framework sein, um die taxonomischen Werte zu liefern, die ein Unternehmen mit seinen iiRDS-Metadaten verwendet.

3. Auf welche Themen aus der internen Arbeit des Konsortiums freuen Sie sich am meisten?

Aus der Sicht von SDL und unserer Beteiligung daran ist es ganz einfach: Wir gestalten die Zukunft der intelligenten Nutzung und Wiederverwendung von Informationen mit.

4. Welche praktischen Auswirkungen und/oder Implementierungen sehen Sie in der Adaptierung/Nutzung von iiRDS in Ihrem Unternehmen – heute und in Zukunft?

Unser CMS, Tridion Docs, veröffentlicht Komponenteninhalte auf eine sehr anspruchsvolle Art und Weise. Dazu gehört auch die Fähigkeit, nahtlos mit Quellmetadaten zu arbeiten und diese für die Bereitstellung verfügbar zu machen. Im Moment sehe ich, dass wir über die Fertigkeiten verfügen, Ausgabeformate zu entwickeln, die iiRDS basierend auf den Quellmetadaten beinhalten. Während des Publishings und durch das Hinzufügen von Intelligenz an der Quelle können wir ziemlich einfach iiRDS-kompatible Pakete erhalten.

Für die Zukunft sehe ich das als Teil des großen Ganzen Wir brauchen die Fähigkeit, den Inhalt semantisch so abzubilden, dass er für jeden überall verfügbar ist. Da iiRDS auf RDF basiert, verwendet es global eindeutige Identifikatoren (URIs), um auf Dinge zu referenzieren. Ich kann über meine Inhalte derart sprechen, dass andere Systeme auf der ganzen Welt diese so verstehen und etwas damit anfangen können. Das kennzeichnet für mich das wirklich Revolutionäre: Wir steigen aus unseren Silos aus und können uns auf ein gemeinsames Verständnis der Inhalte aus verschiedenen Quellen einigen.

5. Wo sehen Sie iiRDS in drei Jahren?

Natürlich würde ich mir wünschen, dass iiRDS in der breiten Anwendung, international und auch über den Bereich der Fertigungsindustrie hinaus sehr verbreitet ist. Dafür ist es gleichermaßen wichtig, sowohl in die Etablierung  des Standards zu investieren als auch den Menschen beim Verständnis in seiner Anwendung behilflich zu sein: Man kann den besten Standard der Welt haben, doch wenn niemand versteht, wie er anzuwenden ist, wird er nie richtig durchstarten.

In diesem Sinne möchte ich empfehlen, folgende Punkte im Auge zu behalten: Die Weiterentwicklung der Norm ist absolut notwendig, und mit dem Konsortium haben wir die Institution dafür. Aber Standards neigen dazu, ein Eigenleben zu entwickeln. Das Konsortium sollte sich nicht verpflichtet fühlen, mehr und mehr Erweiterungen hinzuzufügen, die den Standard am Ende sehr groß und komplex machen. Meiner Meinung nach wäre es allein schon sehr mächtig, wenn Anwender sich an den Kern halten und ihn an die jeweiligen Bedürfnisse anpassen würden.

Herzlichen Dank, Joe Pairman!

Lust auf weitere Antworten? Mehr aus unserer Interviewserie findest du hier: 

Lisa Mümmler

Lisa Mümmler

Onlineredakteurin & Bloggerin bei tekom
Lisa Mümmler hat Germanistik und Philosophie an der Ruprecht-Karls-Universität in Heidelberg studiert. Sie ist passionierte Onlineredakteurin, Social Media-Managerin und Bloggerin. Seit Oktober 2018 unterstützt sie das Marketingteam der tekom und betreut unter anderem den Blog „Intelligente Information – How to Create and Deliver“.
Lisa Mümmler

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